Historie: Stadt Windsbach

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Windsbach
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Historie

Vom Baubeginn 1938 bis zur Fertigstellung der Modernisierungsmaßnahmen 2017

In einer Bauzeit von gerade einmal fünf Monaten wurde das Waldstrandbad 1938 durch die Stadt Windsbach nach Plänen des Ansbacher Ingenieurs Albrecht Gebauer errichtet. Bauherr war die Stadt Windsbach. Das Bad verfügte bereits damals über eine Gesamtfläche von ca. 20.000 m². Das ungewöhnlich große Schwimmbecken mit einer Größe von 100 m x 60 m wird auch heute noch von dem naheliegenden Schwalbenbach gespeist. Eine erste Erweiterung erfolgte bereits im Jahr 1951 durch den Bau eines zweiten Kabinentrakts.

Das Bad wurde für ein überregionales Publikum errichtet und ist Zeugnis für das auf Bewegung, Sport und frische Luft ausgerichtete Volksfürsorgeprogramm. Darüber hinaus wollte die Stadt Windsbach an dem damals bereits aufkeimenden Tourismus im Großraum Nürnberg teilhaben.

Einstufung als Denkmal

Auch heute noch beeindruckt das Waldstrandbad Windsbach aufgrund des weitgehend unverfälschten Erhalts des bauzeitlichen Bestands der 1930er Jahre sowie angesichts seiner ungewöhnlich stattlichen Größe.

Unumstritten ist das Waldstrandbad Windsbach regionalgeschichtlich von großer Bedeutung und verfügt aus denkmalpflegerischer Sicht über eine architekturhistorisch-künstlerische Bedeutung. Die stringente Planung der Gesamtanlage sowie die zeittypische Formensprache der einzelnen Bauteile erheben das Waldstrandbad Windsbach im bayernweiten Vergleich zu einem einzigartig gewordenen Beispiel des Sportstättenbaus der späten 1930er Jahre.

Die in der Vergangenheit vorgenommenen Veränderungen und Erweiterungen erfolgten stets unter Berücksichtigung der besonderen Historie. Nach Feststellung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege liegt sein Erhalt daher im Interesse der Allgemeinheit und so wurde die gesamte Anlage im Jahr 2015 als Denkmal eingestuft.

Planungsphase

Bereits in den 1990er Jahren beschäftigte sich der Stadtrat mit der Frage einer Sanierung des Bades. Damals wurde eine Beckensanierung und kleine Instandsetzungsarbeiten im Sanitärbereich geplant. Wegen anderweitigen Infrastrukturprojekten, wie beispielsweise Schulen, Kindertagesstätten, musste die Generalsanierung immer wieder verschoben werden.

Im  Jahr 2014 eröffnete sich die Möglichkeit, die Modernisierung des Waldstrandbades durch die Inanspruchnahme von Städtebauförderungsmitteln im Programm „Kleine Städte und Gemeinden“ wieder aufzugreifen. Im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit mehreren Nachbarkommunen wurde ein Konzept erarbeitet.

Aufgrund der positiven Signale durch die Regierung von Mittelfranken beauftragte der Stadtrat das im Bäderbereich erfahrene Planungsbüro Josef Krautloher, Herrn Wolfgang Eckardt aus Bad Windsheim sowie Herrn Claus Schmitt von der WasserWerkstatt Bamberg mit der Ausführung des Großprojekts. Zusätzlich erfolgte im Sommer 2014 eine Bürger- und Besucherbefragung zu den Modernisierungsabsichten, sodass dem Stadtrat im Jahr 2015 die Ergebnisse vorgestellt werden konnten.

Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Anliegern und Nutzern sowie der Projektgruppe Waldstrandbad wurden Vorschläge, Ideen und Wünsche für die Neugestaltung des Windsbacher Waldstrandbades gesammelt. Klares Signal aus der Umfrage war das Flair, den Charme bzw. den familiären Charakter des Bades beizubehalten und zusätzliche Attraktionen zu schaffen. Diese Erkenntnisse waren Richtschnur für die weiteren Planungsarbeiten, welche durch einen speziell hierfür eingerichteten Projektausschuss intensiv begleitet wurden.

Spatenstich

Mit dem feierlichen Spatenstich am 8. April 2016 fiel schließlich der Startschuss für die grundlegende Modernisierung des Windsbacher Waldstrandbades. Neben den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern konnte Herr Bürgermeister Seitz an diesem Tag Herrn Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch sowie Herrn stellvertretenden Landrat Kurt Unger begrüßen. Beide sprachen ein Grußwort anlässlich des Spatenstiches.

Herr Bürgermeister Seitz ging in seiner Begrüßung auf die historischen Merkmale des Waldstrandbades ein und berichtete über die 2-jährige durchwachsene Planungsphase samt Bürgerbeteiligung. Darüber hinaus erläuterte er die gemeinsamen Zielsetzungen, die mit der Modernisierung für die Gäste des Bades realisiert werden sollen. Im Anschluss gab es für die Besucher noch die Möglichkeit sich über die Modernisierung zu informieren, Bilder aus der Entstehungsgeschichte zu betrachten und sich zu stärken.

Umsetzungsphase

Von der Umsetzungsphase bis zur Eröffnung

Was lange währt, wird endlich gut. Mit viel Fingerspitzengefühl wurden rund 50.000 m² Landfläche und 6.000 m² Wasserfläche umgestaltet. Mit großem Ideenreichtum wurden denkmalgeschützte Elemente erhalten und durch moderne Attraktionen ergänzt.

Nach wie vor ist das 100 m x 60 m große Wasserbecken das Herzstück des Freibades. Das Becken wurde jedoch um einige Attraktionen ergänzt. Neben einer neuen Breitwellenrutsche, auf der bis zu vier Personen gleichzeitig rutschen können, einem neuen Sprungturm, der eine Sprunghöhe von 1 m, 3 m sowie 5 m bei einer Wassertiefe von 3,8 m – 4,6 m besitzt, gibt es nun auch ein 7,50 m x 2,30 m großes Spielschiff für die Kleinen. Die neuen Holzstege laden zum Sonnenbaden ein. Eine multifunktionale Plattform auf dem Wasser dient künftig bei Veranstaltungen auch als Seebühne. Durch eine neue Filteranlage sowie Wasserpflanzen im Becken wird zusätzlich auch eine verbesserte Wasserqualität sichergestellt

Das Badareal wurde weiterhin durch ein neues Zeltdorf, ein zusätzliches Beachvolleyballfeld, ein neues Umkleide- und Sanitärgebäude sowie ein neues Kioskgebäude samt Terrasse ergänzt. Darüber hinaus wurde die Parksituation neu geordnet, knapp 30 Wohnmobilstellplätze errichtet sowie eine Multifunktionsfläche gebaut, die über die Badesaison hinaus beispielsweise als Eisstock- oder Eislaufbahn genutzt werden kann.

Das vielseitige Gesamtkonzept ergänzt ein noch im Bau befindlicher Motorikpark entlang des Schwalbenbaches, der allen Generationen Geschicklichkeits-, Balancier-, und Fitnessübungen ermöglicht. Unterhalb des Parkplatzes wird im Herbst 2017 noch ein attraktiver Kinderspielplatz errichtet, bei dem das Element Wasser im Vordergrund steht. Bei allen Einzelmaßnahmen wurde dabei stets auf die Barrierefreiheit geachtet.

Großes Ziel war das Erhalten und Anpassen sowie durch Details neue Akzente setzen. Die Modernisierungsmaßnahme tastet daher die denkmalgeschützten Bestandteile und damit die grundlegende Architektur nicht an. In Absprache mit den Denkmalschutzbehörden wurden auch der historische Sprungturm und die Elefantenrutsche als Zeitzeugnis sehr kostenaufwendig saniert. Ebenso wurden die historischen Umkleidekabinen und die Vorwärmebecken aufwendig instandgesetzt. Es wurde an alles gedacht. Die Modernisierungskosten belaufen sich insgesamt auf 4,8 Millionen Euro. Trotz hoher Zuschüsse, bringt die Stadt Windsbach einen Eigenanteil von 1,6 Millionen Euro auf.

Feierliche Wiedereröffnung

Abschließend kann festgehalten werden, dass es der Stadt Windsbach gelungen ist, den historischen Charme zu erhalten und diesen mit neuen Attraktionen zu beleben. Während der Eröffnungsfeierlichkeiten vom 20. Juli bis 23. Juli 2017 konnten sich Waldstrandbadfreunde und alle, die es noch werden wollen das „neue alte“ Waldstrandbad erkunden. Während der vier Festtage gabes auf dem gesamten Badareal viele abwechslungsreiche Highlights zu entdecken.

Zu der feierlichen Eröffnung am Donnerstag konnte Bürgermeister Mattias Seitz Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Kirchen sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger begrüßen. Musikalisch wurde der Eröffnungstag durch die Musikschule Rezat-Mönchswald sowie den Windsbacher Knabenchor begleitet, der seinen Auftritt sogar mit einem Sprung ins Wasser beendete.

Mit 50er-Jahre-Musik sowie einer Oldtimer- und Bildausstellung versetzte der Freitag die Besucher in die Vergangenheit. Mit der großen Party am Samstag ging die Veranstaltung in die dritte Runde und so sorgte die Band „the nightLIVEband“ für mächtig Stimmung bei den Partygästen. Passend dazu leuchtete der Wasserbereich in den verschiedensten Farben. Die Eröffnungsfeierlichkeiten endeten mit einem abwechslungsreichen Familientag. Von Bullriding und Hüpfburg, Dosen schießen, Wasserexperimenten und vielen Mitmachaktionen war für Jung und Alt etwas geboten. Die vier Festtage waren für die Besucher eine gute Möglichkeit, das frisch modernisierte Waldstrandbad neu kennenzulernen.